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kurzgeschichten

Diese Kategorie enthält 17 Beiträge

Fritz IV – Meißner Porzellan

Ich starrte ihn eine ganze Weile so an, aber das kümmerte Fritz nicht. Er unterhielt sich mit dem Wirt, keiner verstand den anderen, doch es gab anscheinend viel zu bereden. Der Wirt war ein Mensch, dem man alles zutraut. Ich stellte mir vor, wie er eine Wildsau mit seinen großen Pranken erlegt, sie ausnimmt und … Weiterlesen

Fritz III – Bavarian botschafter for saving the wirtshaus culture

Als wir ankamen, in einem Ort, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, beziehungsweise sowieso nicht aussprechen kann, setzten wir uns in die nächst beste Gaststätte und taten das, was wir immer taten: wir tranken für die soziale Sache. Natürlich haben wir schon lange erkannt, dass der Verfall der Wirtshauskultur globale Ausmaße hat. Wir sind … Weiterlesen

Fritz II – Der rote Baron

Wir stehen also, nachdem ich ihn endlich von diesem furchtbaren DSL-Kasten weggezogen hatte, direkt vor dem Anwesen des Roten Hans. Baron der Autoteile, Herrscher über Wagenzombies und eine Heerschar unendlich vieler Kleinteile, alle wohlgeordnet unsortiert irgendwo rumkugelnd oder systematisch verworfen.

Fritz I

„Was zum Teufel machst du da“, schrie ich ihn an. Ich war noch keine fünf Schritte aus meiner Haustür raus und schon gab es Ärger.

Schnee

Die Gummibänder reiben an der Haut. Sie ist davon schon ganz rot und wund. Lucas Kopf ist zu groß. Das weiße Textil wölbt sich über der krummen Nase, lässt sie nicht atmen und die Bänder schneiden kontinuierlich, wie ein feines Messer, oberhalb der krummen Ohrmuschel.

Marienhof-Scheiße, Stuttgart 21 und Löffel im Karton

Studentenpartys, Wohnheimfeste, Semester Opening Feten und überall Aperol Sprizz in Kanistern. Ich sehe ihnen zu, wie sie es sich in die Kehle gießen, pikiert die Gläser umfassen: Sind es normale Gläser, dann oben am Rand, bei Sektgläsern wird nicht der Stil zum Klammern benutzt, sondern das gesamte Glas fest umschlossen, als würde das besonders alternativ … Weiterlesen

Als die Raupen schliefen

Die Seidenraupen verschwanden vor ein paar Tagen. Sie waren ohne Anzeichen eines gewaltsamen Eindringens aus dem Kokonhaus gestohlen worden. Die Maulbeerzweige lagen da wie unberührt, als hätte man jedes Tier von seinen Blättern gepickt. Kein Glas und keine Tür gingen zu Bruch und der einzige Schlüssel zum Haus hing nach wie vor um den faltigen … Weiterlesen