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landleben

England – ein Frühlingsmärchen in 3 Teilen

I. Teil

Die Axt exklusiv im Interview mit Englands Star-Wedding-Planner Rupert über Cates Top-Secret-Dresscode

Axt: So Rupert. What do you think what dress she wears. Will it be white?

Rupert: Say yes to the dress, a milky-tilky white dress. But I do not think that it will be purely white and conservative. That’s not the kind of style Catie has.

Axt: So, what style will she have?

Rupert: Oh, I think there will be a little bit of lace, a little bit of white, champagne, blue. A veil, of course a veil, definitely with a tiara. Oh my god. She will be so beautiful. She is a fashionista. Rrrrr. But I do think that the dress is traditional as well.

Axt: And what about the hair?

Rupert: Yessss, the hair. The Sun says that her hairdress, as she visited this kindergarten in Lancashire yesterday, is a hint to her ceremonial one. Half open, half pinned-up.

Axt: The Sun also says that the poo, she walked in with her black High-Heels when she visited the college in Jale, is a hint to her bridal bouquet.

Rupert: Hmm. Yes, brown ist he new black, but I think that she will have something vintage, like Vivian Westwood style last summer: black ist he new black.

Axt: So, thank you Rupert for comming and where will you watch the wedding?

Rupert: Oh, I got a very nice inviting for a gala with live-streaming, catering and dance in the Geigerstraße.

II. Teil

„Jetzt haben die doch tatsächlich denselben Pfarrer wie die Maria Riesch erwischt“, schreit Martha und kratzt sich am Oberschenkel. Dann springt sie auf und stößt dabei mit ihren ausladenden Hüften etwas zu fest an den Couchtisch. Das Löwenbräu wackelt und die blaue Dose kullert quer über die Tischfließen hinab auf den weißen Flokati und weiter auf den darunter liegenden Teppich.

„Des is doch ned der Pfarrer von da Maria Riesch. Der hat doch ganz anders ausgschaugt“, entgegnet Rita und kickt die Dose unter die Couch.

„Wieso sagt der denn nix“, schreit Martha gegen den Flachbildfernseher. „Jetz is doch küssen!“

Die TV-Bank wackelt. Bei der Riesch-Hochzeit hat Martha gegen sie getreten, weil der Pfarrer das Signal zum Knutschen vergessen hat, und Rita hat an die Stelle des nun fehlenden IKEA-Stiftes nur ein paar Schulbücher ihrer Tochter gelegt, mit dem Kommentar: „Gell Mausi, wenn die Frau Lehrerin dich fragt, wo heut dein Mathe- und dein Physikbuch ist, sagst, die Mama hat es ganz dringend brauchen.“

Martha fängt wieder an zu treten und der Plastikumschlag von „Mathe – ich kapier’s 2“ hat Risse bekommen.

„Na, in England sand die a bissl kühler“, versucht Rita sie zu beschwichtigen. „Vor allem diese Royals. Da küsst ma sich ned vor der Kamera. Zudem regnet’s da die ganze Zeit. Das schlägt auf’s Temperament. Jetz sitz di wieder her und iss a Leberkassemmerl. Die hab ich extra vom Metzger machen lassen.“

Martha schnauft zurück auf die Couch und ihre Jogginghose gibt Reibgeräusche von sich, die irgendwo von zwischen den Oberschenkeln her kommen.

„Wir hätten uns des in der Kantine anschauen sollen. Dresscode hin oder her. Do hat’s bestimmt an gscheid’n Knutscher geb’n.“

III. Teil

„Hochzeitsfrei“ in der Käserei Almi war großer Erfolg

William & Cate Die extra gegründete AG WC plante royales Gemeinschaftsfernsehen. Kleiner Zwischenfall am Rande der Feierlichkeiten

Hinteroffbach. Bereits bei der Maria-Riesch-Hochzeit stellte die Käserei Almi ihren Mitarbeiterinnen die Kantine in der Geigerstraße zur Verfügung, um die Trauung live auf Leinwand mit zu verfolgen. Nun gab es bei William und Cate sogar ein Buffet.

Die Käserei Almi übertrug das mediale Großereignis-Event in die Kantine und gab ihren Arbeiterinnen „hochzeitsfrei“. Die dafür extra gegründete AG WC (für William und Cate) organisierte, unterstützt von der Metzgerei Killer und dem Getränkemarkt Trackl in Hinteroffbach, ein leckeres Buffet mit Sekt-O und Leberwurstschnittchen. So war die Kantine schon 12 Stunden vor Beginn der Trauung bis auf den letzten Plastikstuhl gefüllt. Natürlich gilt bei so einem Ereignis ein spezieller Dresscode. Kostüm oder Kleid und natürlich Hut waren Pflicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal trage“, erklärt uns Helga-Maria Huber, Leiterin der AG WC, als wir sie auf ihr fesches Kleid ansprechen. „30 Jahr is es im Schrank g‘hängt. Wir mussten den Saum, ein bisschen was an der Taille und unter den Achseln rauslassen. Aber für sowas muss man sich schon fein machen. Man will ja nicht als einziger g’schlampert im Hausmantel daherkommen. Noch dazu, wo die Queen zuschaut. Das wird wie damals bei der Dana. Was hab ich gerotzt.“ So flossen auch beim Ja-Wort von William und Cate viele Tränen und es gab Applaus.

Nach der Trauung sorgte dann „Keyboard-Karle“ für Stimmung und die Kantine wurde in einen prunkvollen Ballsaal verwandelt. Dafür hat die AG WC 2 904 Luftballons aufgeblasen. Die Zahl steht für das Hochzeitsdatum des königlichen Paares. Helga-Maria Huber: „Anstrengend war es schon. Wir haben über 20 Nachtschichten dafür gebraucht und alle zusammengeholfen. Aber es hat sich gelohnt.“ Man hat eben an alles gedacht. Leider ereignete sich zu später Stunde noch ein kleiner Zwischenfall, als ein Brite mit 2,5 Promille und Zigarre mit dem Gesicht in ein mit Cognacgläsern belegtes Tablett fiel. Die unverzüglich eingetroffene FFW Hinteroffbach und die FFW Vorderoffbach sicherten den Unfallort. Kreisbrandmeister Alois Höcherl gab jedoch schnell Entwarnung. Das Opfer habe sich lediglich kleine Schnittwunden zugezogen und nach dem Einsatz von Löschschaum bestand keine Gefahr mehr, dass sich der Cognac entzünde. Jedoch will die örtliche Polizei aus dem Vorfall Konsequenzen ziehen, so Hauptkommissar Josef Dangerl: „Die englischen Sauftouristen waren schon immer ein Brennpunkt in Hinteroffbach. Da werden wir einlenken.“

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